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2-Tagesfahrt nach St. Peter-Ording, Friedrichstadt und Tönning

Nach einem Jahr Pause ging es wieder los, in diesem Jahr Richtung Norden.

Unser erstes Ziel (incl. Suppenpause) war St. Peter-Ording mit seinem einzigartigen Strandpanorama. Rund 12 Kilometer lang und 2 Kilometer breit erstreckt sich ein feinsandiger Strand, der nicht nur Surfern ein wahres Paradies bietet.

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Friedrichstadt

Weiter ging es nach Friedrichstadt. Dort fuhren wir eine Stunde durch die Grachten der Holländersiedlung, das „Venedig des Nordens“, zum Hafen und der Schleuse sowie auf der Treene –  mit sachkundigen Erläuterungen zur Stadtgeschichte, den Sehenswürdigkeiten und der Treenelandschaft. Nach einer kurzen (Kaffee)-Pause übernahmen zwei Stadtführer die Führung und erzählten uns humorvoll die Geschichte und die Geschichten Friedrichstadts.

Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir das Strandhotel Fernsicht direkt an der Eidermündung in der Hafenstadt Tönning. Nach dem Einchecken begrüßte uns die „Chefin“ und Eiderfriesin Elke Peters in ihrer Landessprache und erläuterte die heimischen Gerichte. Es war interessant zu erfahren, wie die Speisen ohne Elektrizität hergestellt und haltbar gemacht wurden.

Auszüge aus unserer Speisekarte: Labskaus mit Bratei, Rullmops; Boddermelksupp und Klümp; Mehlbüddel mit Swiensback; Eiderstedter Rull mit stoovte Röben; Röhrei mit Porn und Blotwurst; Röckerte Swiensmors; Lamm; Burgunderbraten; viele Salate un barg anner Krom. Mit musikalischer Umrahmung von Fritz auf dem Schifferklavier endete der erste Tag.

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Eidersperrwerk

Am zweiten Tag ging es mit dem Bus über die Eiderhalbinsel, auch hier erzählte uns die Hotelchefin Elke viel Interessantes aus ihrer Heimat-(Stadt). Ein Zwischenstopp am Eidersperrwerk durfte natürlich nicht fehlen.

Die an der Eider-Treene-Niederung gelegene Stadt Tönning wurde im Jahr 1187 erstmals urkundlich erwähnt. Der aufstrebende Ort wird zwar 1414 von Dithmarschern niedergebrannt, doch spätestens als Herzog Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf nach dem Schloss in Husum zwischen 1580 und 1583 auch in Tönning ein Schloss errichten ließ, war der Aufstieg des Ortes nicht mehr aufzuhalten. Im Jahr 1590 erhielt Tönning das Stadtrecht, seit dem 17. Jahrhundert tagte hier die Eiderstedter Landesversammlung.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Tönning zur Festung ausgebaut, die 1659 zwar eine Belagerung durch dänische Truppen überstand, aber im Jahr 1675 von diesen geschliffen wurde. Der Wiederaufbau der nun noch besser bewehrten Festung begann im Jahr 1692. Vom 14. Februar bis zum 19. Mai 1713 belagerten die Dänen im Großen Nordischen Krieg die von schwedischen Truppen verteidigte Festung erneut. Erstürmen konnten sie Tönning nicht, doch als alle Vorräte aufgebraucht waren, kapitulierten die Schweden, übergaben die Stadt an die Belagerer und zogen ab. Ein Jahr später lässt der dänische König Festung und Schloss Tönning dem Erdboden gleichmachen.

Tönning

Tönning

Der wirtschaftliche Aufschwung von Tönning gewann ab 1784 durch die Fertigstellung des Schleswig-Holsteinischen-Canals – später Eiderkanal genannt – wieder an Fahrt. Dieser verbindet Kiel an der Ostsee mit Rendsburg und über die Eider mit der Nordsee. Mehrere Tausend Seeschiffe passierten jährlich Tönning auf der mehr als drei Tage dauernden Direktverbindung, viele davon vervollständigten im Hafen von Tönning ihre Ausrüstung. Während Napoleons Kontinentalsperre gehörte Tönning gerade mal wieder zu Dänemark und war dadurch neutral: Zwischen 1803 und 1807 wurde nicht nur der gesamte Warenverkehr für Hamburg im Tönninger Hafen gelöscht und auf dem Landweg in die Hansestadt transportiert, auch die Niederländer nutzten Tönning und den Eiderkanal für ihren Ostseeverkehr. Mit der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals – heute Nord-Ostsee-Kanal – im Jahr 1895 verlor Tönning schlagartig seine wirtschaftliche Bedeutung. Die Warenströme verlagerten sich von der Eider auf die Elbe und den bei Brunsbüttel beginnenden neuen Kanal. Der Hafen von Tönning wird nur noch von der großen Krabben- und Fischkutterflotte genutzt – bis zum Bau des Eidersperrwerks an der Eidermündung im Jahr 1972, da nach dessen Fertigstellung die Fischer mit ihren Kuttern zum neuen Hafen am Sperrwerk umzogen und das historische Hafenbecken den Sport- und Freizeitkapitänen und dem einsetzenden Tourismus überließen.

18m langes Pottwahl-Skelett im Multimar Wattforum

18m langes Pottwahl-Skelett im Multimar Wattforum

Bevor es aber wieder zurück „in den Süden“ ging, besuchten wir das Multimar Wattforum in Tönning, ein Informationszentrum für den Nationalpark Wattenmeer in Schleswig-Holstein. Eine Erlebnisausstellung zu Watt, Walen und dem Weltnaturerbe mit zahlreichen Aquarien boten uns einmalige Einblicke und Erlebnisse, Eindrücke und Ansichten.

Vielen Dank dem Reiseausschuss Marcus und Olli sowie dem Busfahrer Henrik!


Viele weitere Fotos von Florian, Kerstin, Frank:

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